Die Moorschnucke
Die Moorschnucken stammen aus den Moorgebieten Niedersachsens. Es wird vermutet, dass die Rasse durch Einkreuzung einer hornlosen schlichtwolligen Landschafrasse in die Population der grauen gehörnten Heidschnucken entstand. Diese werden seit Jahrhunderten in den Moorgebieten Norddeutschlands gehalten. 1922 wurde die Weiße hornlose von der Weißen gehörnten Heidschnucke getrennt und fortan Moorschnucke genannt.
Ernährung
Die Schnucken ernähren sich von Wildpflanzen wie Pfeifengras, Seggen, Sauerampfer, Pilzen Moosen, Flechten und krautigen Pflanzen wie Besenheide, Marien- und Glockenheide. Beeren wie Krähenbeere, Moosbeere, Rauschbeere, Heidelbeere, Blaubeere sowie Kiefernnadeln und Birkenblätter stehen ebenfalls auf dem Speisezettel der Moorschnucke. Sie kann sogar sehr gut zur Bekämpfung der gefährlichen, da Verbrennungen verursachenden Herkulesstaude (Riesenbärenklau) eingesetzt werden, dessen Verzehr ihr nichts ausmacht.
Eigenschaften
Die Moorschnucke ist hervorragend an das Leben in Moorlandschaften angepasst und schafft es z.B. sogar eigenständig, sich aus Moorlöchern zu befreien. Sie ist sehr genügsam und durchschreitet auch knietiefes Wasser. Sie ist bestens für Naturschutz, Landschaftspflege und Beweidung von Moor- und Feuchtgebieten geeignet. Imker nennen sie auch „die Freundin der Bienen“, da sie durch ihre Bewegungsfreude die Flächen von Spinnweben freihält.
Gefährdung
Die Moorschnucke gehört zu den gefährdeten Haustierrassen (Kategorie III der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen). Gezüchtete Fleischschafrassen und die sinkende Moorbeweidung trugen dazu bei, dass die Moorschnucke fast gänzlich verschwand. Durch vereinte Kräfte seitens Naturschützern, BUND und Züchtern konnte der Bestand seit 1974 auf rund 5.000 Moorschnucken wachsen, liegt aber z.Zt. bei nur noch etwa 3.000.