Pommersche Landschafe auf einer Weide im Ruhrgebiet

Das pommersche Landschaf

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist eine sehr alte Hausschaf-Landrasse und war ursprünglich als Schaf der Küstenregionen in Pommern, Mecklenburg, Ostpreußen, Schlesien und Polen verbreitet. Entgegen der Rassebezeichnung ist die Wolle sehr weich und hochwertig. 

Ernährung

Das Rauhwollige Pommersche Landschaf ist bestens an das raue Küstenklima angepasst. Es ist sehr genügsam und trotzt Regen, Nässe und kaltem Wind. Selbst in sehr nassen Jahren leiden diese Tiere kaum. Außergewöhnlich ist die geringe Anfälligkeit gegenüber Lungenwürmern. Auch Herzerkrankungen konnte man bisher nicht beobachten.

Gefährdung

Die Schafrasse wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zusehends seltener und drohte dem Trend nach Vereinheitlichung zum Opfer zu fallen. Das Rauhwollige Pommersche Landschaf verschwand fast vollständig von der Bildfläche. Buchstäblich in letzter Minute setzten die Vereinten Nationen diese alte Landschafrasse dann aber auf die Rote Liste der vom Aussterben bedrohten Haustierrassen. Die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) hat diese Rasse in die Kategorie III (gefährdet) der Roten Liste (Stand 2019) eingestuft. Mittlerweile ist der Bestand von 46 wieder auf etwa 3.400 Mutterschafe gewachsen.

Namensgebung

Entgegen der Rassebezeichnung ist die Wolle sehr weich und hochwertig. Vermutlich entstand der irreführende Name aus einem Übermittlungsfehler (grauwollig – rauhwollig). Die Wolle eignet sich besonders gut für witterungsfeste Pullover und Jacken. Der Wollertrag liegt bei 4-6 kg/Jahr. Das Gewicht der Mutterschafe liegt zwischen 50 und 55 kg, Böcke erreichen 70 – 75 kg. Beide Geschlechter sind hornlos. Die lange, spinnfähige Wolle ist blaugrau bis bräunlich, gelegentlich sieht man angedeutete Aalstriche auf dem Rücken. Die Lämmer werden immer mit schwarzem Fell geboren, das dann beim heranwachsenden Schaf individuell ausbleicht.